Energiemanagement im Brauereiwesen

Vogelsberger Landbrauerei setzt das drahtlose PowerRadar-System ein

Es wird für Unternehmen immer wichtiger, den Energie- und Ressourcenverbrauch in Produktionsanlagen zu senken. Denn nur wer die aktuelle EU-Richtlinie zum Energiemanagement von Anlagen erfüllt, kann künftig noch Energie steuerbegünstigt einkaufen. Dies gilt insbesondere für die Getränkeindustrie, wo die Reduzierung des Energiebedarfs mit 20% beziffert wird.

Gerade Druckluft bietet Ansatz für mehr Energieeffizienz

Ansatzpunkte für eine effiziente Energienutzung in einer Brauerei liegen in der Verbesserung des Wirkungsgrades der Dampferzeuger, in der Substitution der Brennstoffe durch nachwachsende Rohstoffe und in einer Optimierung der Druckluft- und Kälteerzeugung. Gerade Druckluft gilt als teuerste Energieart, da durchschnittlich nur 5 % bis 10 % der eingesetzten Energie in Arbeit umgesetzt werden. Leckagen in den Druckluftsystemen führen zu unnötigen, periodischen Anläufen der Kompressoren auch in produktionsfreien Zeiten und somit zu weiteren Kosten.

Wer ein Energiemanagement-System im Einsatz hat, kann damit seine Maßnahmen besonders gut überprüfen. So stecke zum Beispiel im warmen Abwasser einer Brauerei mit einer Bierproduktion von 500 000 hl/a das Potenzial von 270.000 l Heizöl. Dieses Potenzial gelte es zu identifizieren und zu heben. Energieverbrauchsschädlich seien auch kurze Kesselstarts, um den notwendigen Betriebsdruck zu halten oder ungeschicktes Staffeln der Startzeiten in der Produktionsvorbereitung bei Rezepturen mit unterschiedlich hohem Energiebedarf.

Zeitversetzter Schichtbeginn kann Energieverbrauch entzerren

Auch ein zeitversetzter Schichtbeginn kann den Energieverbrauch erheblich entzerren. So ist es z. B. nicht zwingend nötig, dass am Montagmorgen große Verbraucher gleichzeitig eingeschaltet werden. Außerdem sorgen parametrierbare Abschaltbedingungen für die Einhaltung der Gesamtstromaufnahme und für Mindestlaufzeiten und Mindeststandzeiten der Systeme. Auf diese Weise können z. B. Würzekühlung und Tankreinigung gegenüber „unwichtigeren“ Verbrauchern wie Klimaanlagen oder Gärtank-Kühlzonen priorisiert werden.

Kombiniert man die energetischen Analysen mit den Planungsdaten aus den Produktionsplänen, so lassen sich Tageseinsatzpläne mit Laufzeiten, An- und Abfahrzeitpunkten für versorgungstechnische Anlagen und Hilfsbetriebe erstellen. Man erkennt energiekritische Aggregate oder Prozessstufen und kann langfristig die Fahrweise von Prozessen energetisch optimierten.

Vogelsberger Landbrauerei setzt auf das drahtlose, patentierte, TÜV-zertifizierte PowerRadar Energiemanagement-System

Die Vogelsberger Landbrauerei ist ein Brauhaus mit Tradition. Unter der Leitung der Klesper-Familie wird dieses Unternehmen seit mehr als 30 Jahren erfolgreiche geführt.

Natürlich werden die Themen Energieeffizienz, alternative und regenerative Energietechnik und Energiemanagement bei der Vogelsberger-Landbrauerei und den Schwesterunternehmen, das hochstiftliche Brauhaus in Motten, die Brauerei Alsfeld, die Brauerei Salch in Hammelburg und die Auerhahn-Brauerei in Schlitz großgeschrieben.

Ende 2019 startete die Brauereien-Gruppe die Implementierung der patentierten drahtlosen Sensortechnik. Mit großer Sorgfalt und prozeßtechnischem Knowhow setzt Geschäftsfüher Ulrich Klesper zusammen mit seinem Braumeister und Elektrotechniker die Stromsensoren zunächst breitflächig in der Vogelsberger Landbrauerei ein, um dann mit diesen Erfahrungen auch die anderen Brauereien der Gruppe auszustatten.

Auf die ersten Ergebnisse sind wir sehr gespannt und halten Sie auf dem Laufenden.

Quelle: www.Ingenieur.de/Prozeßindustrie